Omikron: Drei Impfungen für Schutz nötig

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    Tobias Utz

Gesundheitsminister Karl Lauterbach weist darauf hin, wie wichtig das Bosstern gegen die Omikron-Variante sei – der News-Ticker.

  • Die neue Corona*-Variante Omikron wurde erstmals in Südafrika festgestellt und verbreitet sich rasant über die ganze Welt.
  • Zweifel bestehen, ob die bisherigen Corona-Impfstoffe* vor der Omikron-Variante schützen. Virologin Sandra Ciesek spricht sich für eine Anpassung der Impfstoffe aus.
  • Christian Drosten empfiehlt allen die dritte Impfung gegen das Coronavirus.

Update vom Donnerstag, 09.12.2021, 6.35 Uhr: Karl Lauterbach hat noch die Bedeutung der Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron unterstrichen. „Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im „heute journal“ des ZDF. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, „und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen“.

Man müsse dafür sorgen, dass Omikron Deutschland so spät wie möglich erreiche. Wenn die Omikron-Variante Deutschland flächendeckend erreichen würde, könnte das nach Lauterbachs Worten Auswirkungen darauf haben, wer als vollständig geimpft gilt. „Wenn wir tatsächlich die Omikron-Welle hier in Deutschland hätten, dann wäre 2G dann erreicht, wenn man quasi die dritte Impfung hat“, so Lauterbach. Man könne mit zwei Impfungen dann nicht davon ausgehen, vollständig geschützt zu sein. 2G bedeutet, dass genesene und vollständig geimpfte Menschen Zutritt zu Einrichtungen haben. „Aber wir werden diese Brücke dann überqueren, wenn wir sie erreicht haben“, so Lauterbach.

Noch gehe es zunächst darum, die Infektion mit der Omikron-Variante in Deutschland zu verhindern. Dafür seien die Booster-Impfungen eine optimale Vorbereitung. Das sei die erste Säule im Gesundheitsschutz, „die wir in der Hand haben“. Die zweite Säule umfasse eine allgemeine Impfpflicht.

Karl Lauterbach betont die Wichtigkeit des Boosterns gegen die Omikron-Variante.

© Hannibal Hanschke/dpa

Omikron: Lauterbach erwartet Ende der Pandemie in absehbarer Zeit – Angepasstes Vakzin soll helfen

+++ 18.00 Uhr: Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist zuversichtlich, dass die Corona-Pandemie in absehbarer Zeit beendet werden kann. Lauterbach bekräftigte bei der Übernahme des Amtes vom bisherigen Minister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin das Ziel, noch 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende vorzunehmen. Im kommenden Jahr solle die Impfkampagne dann mit einem an die Omikron-Variante angepassten Vakzin fortgesetzt werden

„Wir werden so lange boostern und impfen, bis wir die Pandemie zu Ende gebracht haben“, sagte der Minister. „Wir werden es mit diesem Haus schaffen, diese Pandemie zu Ende zu bringen in den nächsten Monaten“, versprach der neue Gesundheitsmister. Er wolle insbesondere alles daran setzen, mit der neuen Omikron-Variante fertig zu werden.

Deutschland sei durch die ersten drei Wellen besser durch die Pandemie gekommen als die meisten anderen vergleichbaren Länder in Europa, fügte Lauterbach hinzu. So habe Deutschland eine geringere Übersterblichkeit aufgewiesen als andere Staaten.

Omikron: Biontech veröffentlicht Studie zur Impfstoff-Wirksamkeit gegen neue Corona-Variante

+++ 16.45 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt nach zwei Dosen wohl nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Das teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung am Mittwoch mit. Die Erkenntnisse beruhen laut dem Unternehmen auf einer internen Labor-Studie.

Die gute Nachricht: Nach der sogenannten Booster-Impfung ist der Impfschutz auch gegen die Corona-Variante Omikron durchaus wieder hergestellt. Eine zweifache Impfung schützt außerdem nach derzeitigem Kenntnisstand mit großer Sicherheit vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Omikron-Variante: Biontech/Pfizer kündigen eigenen Impfstoff an

+++ 13.30 Uhr: Die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer* haben angekündigt, dass schon bald ein neuer Impfstoff auf den Markt kommen könnte. Die Hersteller „setzen die Entwicklung eines Varianten-spezifischen Impfstoffs gegen Omikron fort und gehen davon aus, den Impfstoff im bis Ende März bereitstellen zu können, sofern eine Anpassung des Impfstoffs für einen höheren sowie langanhaltenderen Schutz notwendig sein sollte“, heißt es in einer Mitteilung.

Ein an die Omikron-Variante angepasster Corona-Impfstoff könne wohl bereits im März 2022 ausgeliefert werden. Die Lieferkapazität für 2022 betrage nach wie vor vier Milliarden Dosen.

Corona-Variante Omikron: Drosten und Ciesek über Wirksamkeit der Impfstoffe

+++ 10.15 Uhr: Sandra Ciesek, Virologin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, äußerte sich auf Twitter über eine aktuelle Untersuchung zur neuen Corona-Variante Omikron. Verglichen wurde die Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe (Biontech, Moderna, Astrazeneca) bei Omikron und Delta.

Corona-Variante Omikron

Was bislang über B.1.1.529 bekannt ist*

„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omicron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, schrieb Ciesek auf Twitter. Sie führte weiter aus, dass die Daten nichts darüber aussagen, ob Geimpfte in diesem Zusammenhang weiter vor einem schweren Verlauf geschützt seien.

Corona-Variante Omikron: Auch Booster-Impfung hat wohl geringere Wirksamkeit

Die „Antikörper-vermittelte Neutralisationswirksamkeit“ gegenüber dem Virus sei drei Monate nach der zweiten Impfung nahezu null Prozent. Auch eine Booster-Impfung (alle drei Impfungen Biontech) könne im Falle der Corona-Variante Omikron nur eine 25 prozentige Wirksamkeit gewährleisten. Bei der Delta-Mutante liege dieser Wert bei ähnlichen Untersuchungsparametern bei 95 Prozent.

Christian Drosten reagierte umgehend auf Cieseks Tweet. Er sprach davon, dass es für zweimal Geimpfte nicht gut aussehe und eine dritte Impfdosis erforderlich sei.

Corona-Variante Omikron in Hamburg entdeckt – Drosten sieht Problem auf Deutschland zukommen

Update vom Mittwoch, 08.12.2021, 06.58 Uhr: Christian Drosten sieht durch die Omikron-Variante gewaltige Probleme auf Deutschland zukommen. Der Virologe dämpfte zudem Hoffnungen auf ein Ende der Corona-Pandemie im Frühjahr. Er geht davon aus, dass das Omikron-Problem bis in den Sommer andauern könnte. Trotz des dort einsetzenden Sommers seien die Zuwachsraten in Südafrika, wo die Variante B.1.1.529 erstmals nachgewiesen wurde, hoch. In Deutschland seien ihm 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt. Die Zahl sei allerdings nicht vollständig und werde zudem rasch zunehmen, sagte er im Podcast „Coronavirus-Update“ des NDR

Drosten wolle nicht den Teufel an die Wand malen, halte aber Vorsicht angesichts der Veränderungen des Virus für geboten, sagte der Charité-Forscher. Bei Omikron sei die „blödeste Kombination“ an Eigenschaften zu befürchten: Immunflucht und Fitnessgewinn – also eine Variante, die den Antikörpern von Geimpften und Genesenen besser entkommt und zudem ansteckender ist. Er mahnte erneut das Schließen der Impflücken in der Bevölkerung an, es müsse jetzt voll um den Schutz des Einzelnen gehen. Omikron werde wahrscheinlich die Anpassung der vorhandenen Impfstoffe nötig machen.

Corona-Variante Omikron: Fauci bezeichnet neue Erkenntnisse als „etwas ermutigend“

+++ 10.40 Uhr: Dr. Anthony Fauci bezeichnete die bsherigen Erkenntnisse zur Corona-Variante Omikron gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender CNN vorsichtig als „etwas ermutigend“. Der US-Experte und Berater von Präsident Joe Biden sagte weiter: „Aber wir müssen sehr vorsichtig damit sein, Einschätzungen darüber zu treffen, ob [Omikron] weniger gefährlich ist oder wirklich weniger schwere Krankheitsverläufe verursacht als Delta.“

Die Signale aus den bisherigen Erkenntnissen seien zwar in Bezug auf die Schwere der Erkrankung mit Covid etwas ermutigend, man müsse aber zunächst noch mehr Erfahrung mit der Virus-Variante sammeln. Booster-Impfungen seien auch in den USA nun ausschlaggebend für die Frage, ob man die Situation in den Griff bekomme, so Fauci gegenüber CNN.

Corona-Variante Omikron: Großbritannien verschärft Einreisebedingungen

Update vom Dienstag, 07.12.2021, 07.59 Uhr: Großbritannien verschärft aufgrund der schnell ansteigenden Zahl an Omikron-Fällen wieder die Einreiseregeln. Wie der Spiegel in Bezugnahme auf das britische Gesundheitsministerium berichtet, müssen von Dienstag (07.12.2021) an, alle Reisenden einen Corona-Test vorweisen, bevor sie das Land betreten können. Die Regelung gelte für alle Erwachsenen sowie für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Der PCR- oder Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Omikron-Variante: Die häufigsten Fragen

  • Sind die vorhandenen Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante genauso wirksam?
    Das ist eine der drängendsten Fragen zu Omikron. Für eine Antwort ist es allerdings noch zu früh.
    Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stéphane Bancel, äußerte sich Ende November pessimistisch: Er gehe von einer „erheblichen Abnahme“ der Schutzwirkung aus, sagte er der „Financial Times“. Schließlich beträfen 32 der 50 Mutationen bei Omikron das Spike-Protein, mit dem das Coronavirus in Zellen eindringt.

    Biontech-Mitgründer Ugur Sahin schließt nicht aus, dass Omikron mehr Infektionen bei Geimpften verursachen könnte. Sehr wahrscheinlich schützten die aktuellen Impfungen aber weiter gegen schwere Verläufe. „Unsere Botschaft ist: Verfallen Sie nicht in Panik, der Plan bleibt derselbe. Beschleunigen Sie die Verabreichung der dritten Dosis.“
    Weiteren Aufschluss über Omikron sollen Labortests geben, deren Ergebnisse in zwei bis drei Wochen vorliegen dürften. Eine geringere Wirkung der bestehenden Impfstoffe gegen Omikron bedeute aber nicht, dass sie gar keine Wirkung haben, betonen Fachleute. „Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei Null an, wenn sie einer neuen Variante begegnen“, sagte etwa der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, Ende November.

  • Sollte man sich trotz der Ungewissheit eine Booster-Impfung holen?
    Diese Frage haben in den vergangenen Tagen eine Reihe von Fachleuten bejaht. Schließlich stecke Europa derzeit noch inmitten einer Welle der Delta-Variante des Coronavirus.

    Eine Reihe von Ländern beschleunigen gerade ihre Booster-Impfkampagne. In Deutschland haben Bund und Länder das Ziel ausgegeben, bis Weihnachten 30 Millionen Corona-Impfdosen zu verabreichen, darunter auch Auffrischungs-Impfungen. In Großbritannien sollen nach dem Willen von Premierminister Boris Johnson bis Ende Januar alle Erwachsenen eine dritte Dosis erhalten. Der Mindestabstand zwischen zweiter und dritter Impfspritze wurde von sechs auf drei Monate herabgesetzt. In den USA haben Biontech und Pfizer die Zulassung einer Booster-Impfung für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren beantragt.

    „Man sollte sich nicht im Feind täuschen, im Moment ist es die Delta-Variante“, hob Arnaud Fontanet vom wissenschaftlichen Beirat der französischen Regierung hervor. Es sei nicht sicher, dass Omikron Delta als vorherrschende Corona-Variante ablöst – und wenn dauere dies zumindest mehrere Wochen, wenn nicht Monate. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte daher vergangene Woche, weiter entschlossen gegen die Delta-Variante zu kämpfen: „Und wenn wir das tun, werden wir auch die Übertragung von Omikron verhindern und Leben retten.“

Corona-Variante Omikron mit milderem Verlauf? Experten nennen neue Details

+++ 20.30 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus treibt die Infektionszahlen in Südafrika weiter in die Höhe. Doch wie wirkt sich die neue Mutation des Coronavirus auf die Betroffenen aus? Für handfeste Aussage über den Verlauf von Covid-19-Erkrankungen nach einer Infektion mit der Omikron-Variante ist es noch zu früh. Erste Berichte von Ärzten aus Südafrika deuten jedoch darauf hin, dass Omikron zu milderen Krankheitsverläufen führen könnte.

Die Provinz Gauteng im Nordosten von Südafrika ist bisher am stärksten von der neuen Mutation betroffen. Die Infektionszahlen sind dort fast so hoch wie nach dem Ausbruch der Delta-Variante im Sommer 2021. Auch wenn sich die Anzahl der Infizierten derzeit einem neuen Höchstpunkt zu nähern scheint, sind die Krankenhäuser weit von einer Überlastung entfernt, wie der „South African Medical Research Council“ berichtet. In einer Pressemitteilung geben Ärzte aus der betroffenen Region an, dass die Verläufe im Vergleich zu den früheren Wellen milder seien.

  • Omikron-Entwicklung in der Provinz Gauteng auf einen Blick:
  • Alter der Corona-Patient:innen: Über 80 Prozent sind jünger als 50 Jahre.
  • Sterberate der Patient:innen (Stationäre Behandlung): 6,6 Prozent (Zuvor 17 Prozent).
  • Durchschnittlicher Krankenhausaufenthalt: 2,8 Tagen (Zuvor 8,5 Tage).
  • Quelle: Dr. Fareed Abdullah

Neue Corona-Variante: Sterberate im Nordosten von Südafrika durch Omikron gesunken

In den vergangenen 1,5 Jahren lag die Sterblichkeitsrate in der Region bei zirka 17 Prozent. Diese liegt bei Omikron-Infizierten deutlich niedriger, nämlich bei 6,6 Prozent, wie Dr. Fareed Abdullah berichtet. Betroffene Patienten verbringen im Durchschnitt auch deutlich weniger Zeit im Krankenhaus. Waren es vor der Omikron-Variante im Schnitt noch 8,5 Tage, sind es bei Omikron-Infizierten nur noch zirka 2,8 Tage.

Das Alter der Erkrankten sei im Vergleich zu früheren Varianten ebenfalls gesunken, so der Bericht. Über 80 Prozent der durch die Omikron-Variante Erkrankten sind demnach unter 50 Jahre alt. Bei dem Bericht handelt es lediglich um einen ersten Eindruck der neuen Corona-Variante. Ob weitere Forschungen die ersten Beobachtungen bestätigen können, bleibt abzuwarten.

Booster-Impfung trotz Corona-Variante Omikron: Dazu raten Fachleute

+++ 13.30 Uhr: Bei der neuen Coronavirus-Variante Omikron sind noch viele Fragen offen. Fachleute vermuten, dass Omikron noch ansteckender ist als die bisherigen Varianten, für die die gängigen Corona-Impfstoffe entwickelt wurden. Auffrischungsimpfungen mit einer dritten Dosis halten sie dennoch weiterhin für sinnvoll.

Update vom Montag, 06.12.2021, 8.00 Uhr: In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit. Zwei Tests am 30. November und am 03. Dezember hätten ergeben, dass es sich mit 99-prozentiger Sicherheit um die Omikron-Virusvariante handele, so die Behörden.

Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß. Thailand mit seinen Inseln, weißen Stränden, Tempeln und Dschungeln ist auf den wichtigen Tourismussektor angewiesen und hofft auf eine baldige Erholung der Branche.

Derzeit nähmen die Besucherzahlen weiter zu, berichtete die Zeitung „Bangkok Post“ unter Berufung auf den thailändischen Hotelverband. Auf die größte Insel Phuket reisten demnach allein im November mehr als 37.000 internationale Feriengäste, darunter vor allem aus Russland und Deutschland. Wenn Länder wegen der Omikron-Variante nun aber neue Reisebeschränkungen einführten, könne dies künftig wieder viele Touristen von einer Fernreise abschrecken, hieß es.

Corona-Variante: Omikron-Fälle in Europa schießen in die Höhe

+++ 15.53 Uhr: Die Zahlen der mit der neuen Omikron-Mutante infizierten Menschen steigt weltweit sprunghaft an. Alleine in Dänemark sind mittlerweile 183 Fälle gemeldet worden. Bei allen vier bisher in Deutschland bekanntgewordenen Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus Südafrika, alle vier Personen waren gegen Corona geimpft. In Brasilien haben die Behörden jetzt mit drastischen Schritten reagiert: Die traditionell bombastische Silvesterfeier in Rio de Janeiro wurde bereits abgesagt.

„Wir hören auf die Wissenschaft“, begründete Rios Bürgermeister Eduardo Paes am Samstag seine Entscheidung. „Hoffentlich muss ich nicht auch noch den Karneval absagen, nicht nur wegen der Bedeutung dieses Fests für die Kultur, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt und Brasilien.“

Corona: Ungewöhnliches Gen-Material in Omikron-Variante gefunden

Update vom Sonntag, 05.12.2021, 7.45 Uhr: Die Forschung an der neuen Omikron-Variante aus Südafrika läuft auf Hochtouren. Aus den USA kommt nun eine Studie, die die Eigenschaften der neuen Corona-Mutante untersucht hat. Sie hat womöglich einen Grund gefunden, warum die neue Variante ansteckender sein könnte als vorangegangene.

Fachleute der Firma Nference, ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Massachusetts, das biomedizinische Informationen verarbeitet, fanden in der Omikron-Variante eine Gen-Sequenz, die auch in Viren vorhanden ist, die herkömmliche Erkältungen auslösen. Die Sequenz war bisher vor allem aus dem Coronavirus namens HCoV-229E bekannt. Dieser wiederum löst eine milde Erkältung bei Menschen aus. Die Studie ist bislang noch nicht in Gänze veröffentlicht. Vorab berichtet die New York Times daraus.

Corona-Variante Omikron: „Noch besser an den menschlichen Wirt angepasst“

Durch diese Gensequenz könnte die neue Omikron-Variante „sich an den menschlichen Wirt noch besser angepasst“ zu haben, sagt  Venky Soundararajan, Bio-Ingenieur und Mitautor der Studie. Die Mischung des genetischen Materials beider Virenstämme dürfte innerhalb eines menschlichen Organismus geschehen sein. Zellen in menschlichen Lungen könnten von beiden Viren befallen sein und diese dort in Austausch geraten.

Corona-Variante Omikron: Mitentdecker geht davon aus, dass sie schon länger existiert

+++ 15.45 Uhr: Im November wurde die Corona-Variante Omikron in Südafrika entdeckt, doch wie neu ist sie wirklich? Einem Mitentdecker zufolge dürften Vorläufer von Omikron schon sehr lange existieren. „Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich eine frühe Form von Omikron schon vor der Entstehung von Alpha und Delta als eigener Virustyp entwickelt“, so Wolfgang Preiser von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt gegenüber dpa.

Dieser Virustyp habe sich dann vermutlich über viele Monate weiterentwickelt, ohne aufzufallen, sagte Preiser. „Die Frage ist: Wieso blieb Omikron so lange verborgen und legt erst jetzt los? Fehlten noch ein, zwei Mutationen, um sich schnell verbreiten zu
können?“ Die bislang ältesten bekannten Nachweise der Variante stammen aus der ersten Novemberhälfte.

Omikron-Variante: „Wir sollten vorbereitet und vorsichtig sein“

+++ 11.40 Uhr: „Wir sollten vorbereitet und vorsichtig sein.“ Das rät Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit Blick auf die neue Omikron-Variante des Corona-Virus‘. Man befände sich nun „in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr“. Damals hatte die Delta-Variante die Corona-Infektionszahlen nach oben getrieben.

Ebenjene Variante sei laut Swaminathan die absolut dominante in der derzeitigen Corona-Welle. „Delta ist für 99 Prozent der Infektionen weltweit verantwortlich. Die [Omikron]-Variante müsste übertragbarer sein und [Delta] überholen. Das ist möglich, aber es ist nicht vorherzusehen“, sagte der WHO-Wissenschaftler gegenüber Aljazeera.

Omikron: Impfstoff gegen Corona-Variante wohl erst in Monaten verfügbar

+++ Update vom Samstag, 04.12.2021, 7.00 Uhr: Die Omikron-Variante bereitet den Fachleuten weiter Sorgen. Unklar ist auch, ob die vorhandenen Corona-Impfstoffe effektiv vor einer Ansteckung mit der Mutante schützen. „Omikron hat viele Änderungen am Spike-Protein, das könnte es den Antikörpern schwerer machen, gegen das Virus vorzugehen“, sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegenüber der Rheinischen Post.

Die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante nimmt dagegen in Zeit in Anspruch – laut Mertens „drei bis sechs Monate“. Es handele sich nämlich um eine komplexe Anforderung an die Wirkung eines solchen Impfstoffes. „Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet“, so der Stiko-Chef.

Omikron-Variante: WHO kritisiert „egoistischen Ansatz“ der westlichen Gemeinschaft

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben etwa 65 Prozent der Menschen in den reicheren Ländern mindestens eine Dosis eines Impfstoffs gegen Covid-19 erhalten, während es in den am wenigsten entwickelten Ländern nur sieben Prozent sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor diesem Hintergrund etwa dazu aufgerufen, Auffrischungsimpfungen noch nicht allgemein zugänglich zu machen – sondern zuerst in den armen Ländern zu impfen.

„Das ist ein egoistischer Ansatz der westlichen Gemeinschaft und ein wirklich blinder Ansatz“, kritisierte Rocca die Booster-Impfungen. „Es ist unglaublich, dass uns immer noch nicht klar ist, wie stark wir miteinander verbunden sind.“

Corona-Variante Omikron: Infektionen bringen Kleinkinder auf Intensivstationen

+++ 12.00 Uhr: In Südafrika ist nach dem Auftreten der Omikron-Variante die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kleinkindern nach Angaben von Ärzten deutlich gestiegen. Ob kleine Kinder durch die neue Variante besonders gefährdet sind, sei jedoch noch unklar, erklärten Wissenschaftler und Vertreter der Gesundheitsbehörden am Freitag. „Wir haben einen ziemlich starken Anstieg in allen Altersgruppen festgestellt, insbesondere bei den unter Fünfjährigen“, sagte Wassila Jassat vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) mit Blick auf die Hospitalisierungen. Die Inzidenz bei den unter Fünfjährigen sei nun die zweithöchste nach der Altersgruppe der über 60-Jährigen.

Corona-Variante Omikron: Seuchenschutzbehörde mit bitterer Prognose

+++ 8.30 Uhr: Die Seuchenschutzbehörde ECDC rechnet damit, dass Omikron schon bald die vorherrschende Corona-Variante in Europa sein wird. Das berichtet die Tageszeitung Welt. In wenigen Monaten sei das wohl bereits der Fall, hieß es. „Basierend auf mathematischen Modellen gibt es Hinweise darauf, dass Omikron innerhalb der nächsten Monate mehr als die Hälfte aller SARS-CoV-2-Infektionen in der Europäischen Union verursachen könnte“, so eine Erklärung der ECDC.

Der Virologe Hendrik Streeck betonte gegenüber dem TV-Sender Phoenix, dass die Omikron-Variante bislang einen geringen Teil der Corona-Neuinfektionen* ausmache. Die Fallzahlen, inklusive der Delta-Variante, seien derzeit das zentrale Problem, so Streeck: „Kontrollieren wir Delta, kontrollieren wir dadurch auch die Omikron-Variante.“

Omikron-Variante: Corona-Infektionen in Deutschland

Update vom Freitag, 03.12.2021, 6.00 Uhr: Bislang sind in Deutschland nach RKI-Angaben vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika. Das Land hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (01.12.2021) übermittelt wurden.

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung – also dem Auslesen des Virenerbguts – überprüft. Fachleute gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus.

Update vom Donnerstag, 02.12.2021, 8.50 Uhr: In den USA* ist erstmals eine Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron entdeckt worden. Die Variante sei im Bundesstaat Kalifornien bei einer Person entdeckt worden, die am 22. November aus Südafrika zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit.

Die Person sei vollständig geimpft, habe milde Symptome, sei in Quarantäne und bereits auf dem Weg der Besserung. Alle engen Kontakte seien kontaktiert und negativ getestet worden. Die Virusprobe sei von der University of California in San Francisco untersucht worden; die CDC habe daraufhin noch einmal bestätigt, dass es sich im die Omikron-Variante handele.

US-Präsident Joe Biden* hatte angesichts der neuen Variante bereits vor einigen Tagen vor übertriebener Angst gewarnt und erneut zum Impfen aufgefordert. Die USA hatten Reisebeschränkungen für Einreisen aus den Ländern des südlichen Afrikas verhängt, Biden hatte aber bereits eingeräumt, dass diese die Ankunft der Variante in den USA „nicht verhindern“ könnten.

Corona-Variante Omikron: Sieben weitere bestätigte Fälle in Hessen

+++ 18.38 Uhr:  In Hessen gibt es sieben weitere bestätigte Fälle der Omikron-Variante des Coronavirus. Das teilte das Institut für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Mittwoch mit. „Die Sequenzierungen haben heute bestätigt, dass es sich bei allen sieben Verdachtsfällen um Infektionen mit der Omikron-Variante handelt“, sagte Institutsdirektorin Sandra Ciesek laut Mitteilung.

Damit stieg die Zahl der bestätigten Omikron-Fälle im Bundesland auf acht. Bereits am Sonntag (28.11.2021) war ein erster Fall nachgewiesen worden. „Es ist gut, dass wir in Hessen die Infrastruktur und Expertise haben, um solche Sequenzierung schnell und zuverlässig durchzuführen. Das hilft uns sehr bei der Bewertung der Lage“, wird Sozialminister Kai Klose (Grüne) zitiert.

Corona-Variante Omikron: Biontech-Chef sieht „harte vier Monate“ voraus

+++ 16.30 Uhr: Die Corona-Variante Omikron ist weiter auf dem Vormarsch. Bislang haben mindestens elf EU-Staaten das Auftreten der Variante gemeldet. In einem Omikron-Update schrieb die EU-Gesundheitsbehörde ECDC, es gebe bis zum Mittwochmittag 59 erfasste Infizierte. Die in Stockholm ansässige Behörde listete dabei 16 Fälle in den Niederlanden, 14 in Portugal und 9 in Deutschland auf. Gemeldete Fälle in Italien und Dänemark (jeweils 4), Schweden, Österreich (jeweils 3), Belgien, Spanien (jeweils 2), Tschechien (1) sowie eine auf der zu Frankreich zählenden Insel Réunion.

Die EU-Gesundheitsbehörde teilte mit, dass die Mehrheit der aufgezählten Fälle mit Reisen ins südliche Afrika zusammenhängen. Unter diesen Infizierten habe es bislang jedoch keine schweren Krankheitsverläufe oder gar Todesfälle gegeben.

Corona-Variante Omikron in Deutschland: „Einige Hundert Fälle könnten es schon sein“

Erstmeldung vom Mittwoch, 01.12.2021, 8.00 Uhr: Frankfurt/Berlin – Auch in Deutschland ist die neue Corona-Variante Omikron* bereits vereinzelt festgestellt worden. Jetzt gehen Fachleute von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Der Zeitraum, in dem Reisende das Coronavirus bereits international verbreiteten, betrage sicher Wochen, teilte Oliver Keppler, Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dpa-Anfrage mit. „Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein.“

Jedoch könne man die aktuellen Infektionszahlen nicht mit Omikron in Verbindung bringen, das sei die Delta-Welle*, betonte Keppler. Er halte eine größere unentdeckte Omikron-Verbreitung in Deutschland für unwahrscheinlich. Am Max von Pettenkofer-Institut waren Omikron-Fälle in Bayern nachgewiesen worden. Die Variante war kurz nach ihrem Bekanntwerden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft worden. Inzwischen haben mehrere Länder weltweit Nachweise gemeldet. Gesamtzahlen für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut bisher nicht.

Corona-Variante Omnicron: RKI veröffentlicht keine Zahlen für Deutschland

„Angesichts der Delta-Infektionsdynamik steht unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ja bereits mit dem Rücken zur Wand“, erklärte Keppler zum möglichen Einfluss der neuen Variante auf die aktuelle Welle. „Nun fährt ein Wagen mit defekter Bremse darauf zu.“ Zwar seien Omikron-Eigenschaften in Hinblick auf Übertragbarkeit, Verminderung der Impfstoff-Effektivität und Krankheitsausprägung noch schwer einzuschätzen. Was bisher bekannt sei, lasse aber eine Verschlechterung der Situation befürchten. Daher bestehe jetzt „höchster Handlungsdruck, die vierte Welle zu brechen“.

Corona-Tests: Keine Aussage über Variante bei Infizierten – PCR-Nachtestungen nötig

Bei der Routine-Überwachung in Deutschland wird von fünf bis zehn Prozent der positiven Corona-Proben das Erbgut genau aufgeschlüsselt. „So würde Omikron auch in Deutschland entdeckt“, erklärte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag. Das RKI informiert in seinen Wochenberichten über Ergebnisse dieser Analysen; dies zeigen stets Daten der Vor-Vorwoche. Begründet wird dies mit der „prozessbedingten langen Dauer bis zur Übermittlung der Sequenzierungsergebnisse an das RKI“.

Corona-Mutanten: Varianten lösen einander ab

Der bisherige Pandemieverlauf hat gezeigt, dass vorherrschende Varianten innerhalb relativ kurzer Zeit von ansteckenderen Mutanten abgelöst werden können. Die Alpha-Variante (B.1.1.7) war einige Tage vor Weihnachten 2020 von Großbritannien* gemeldet worden. In Deutschland wuchs ihr Anteil zu Beginn des Jahres 2021 immer weiter. Sehr schnell lief nach RKI-Daten der Wechsel hin zur in Indien entdeckten Delta-Variante im Sommer ab. Diese befeuert nach den bisherigen Daten die vierte Welle zu über 99 Prozent. (Katja Thorwarth, Lucas Maier, Tobias Utz mit epd/AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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Omikron: Drei Impfungen für Schutz nötig

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